Wärmebildkameras (WBK) haben für Feuerwehren viele Vorteile, weshalb sie aus dem Einsatzgeschehen nicht mehr wegzudenken sind.

Jeder Körper mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt von 0K strahlt Wärme in Form von Lichtquanten, also elektromagnetischen Wellen bzw. Photonen (Welle-Teilchen-Dualismus) ab. Bei den Temperaturen, welche bei Brandeinsätzen auftreten, liegen die Wellenlängen der Wärmestrahlung im infraroten Bereich, welcher fürs menschliche Auge nicht sichtbar ist. Dieser kann von der WBK sichtbar gemacht werden. Im Gegensatz zum für Menschen sichtbaren Licht wird Infrarot-Strahlung z.B. nicht durch Rauchpartikel abgelenkt. Man kann damit also „durch den Rauch hindurchsehen“. Dieser Riesenvorteil spart viel Zeit und kann so Leben retten.

Es gibt noch einige andere Vorteile. Nicht alle betreffen den Innenangriff. Die WBK kann auch außerhalb eines Zimmerbrandes sinnvoll eingesetzt werden.

  • bessere Lagebeurteilung durch den Einsatzleiter
  • Orientierung auch bei komplett verrauchten Räumen
  • schnelles Auffinden von Glutnestern
  • schnelles Auffinden vermisster Personen
  • Füllstande von Behältern sind erkennbar
  • auslaufende Flüssigkeiten sind sichtbar

Die Kamera verfügt über verschiedene Modi. Grundsätzlich werden wärmere Stellen heller und kältere dunkler dargestellt. Die folgenden Bilder zeigen das Display der WBK in einem Modus, der die wärmsten Stellen immer rot darstellt.

Wichtig ist, sich immer vor Augen zu halten, dass die WBK kein Thermometer ist. Aus der ermittelten Temperatur kann prinzipiell nur die Größenordnung der tatsächlichen Temperatur abgeschätzt werden. Das liegt daran, dass die WBK die Strahlungsleistung misst und daraus immer mit dem gleichen Emissionsgrad die Temperatur berechnet. Die Emissionsgrade unterschiedlicher Oberflächen sind aber unterschiedlich, was also von der WBK nicht berücksichtigt wird.